Prähistorische Wohnhöhlen "Steinkammern"
Erdbach ist vielleicht kein sehr spektakulärer Ort, aber
durchaus einen Besuch wert. Die Besonderheiten sind unauffällig
und im Untergrund verborgen: Höhlen!
Erdfälle, Höhlen und Bachversickerungen liegen hier auf
engstem Raum nebeneinander. Die Höhlen der Kleinen und der Grossen
Steinkammer können auf eigene Faust erkundet werden. Dies ist
besonders für Kinder ein Abenteuer, dass es hier ganz umsonst
gibt. Folgen Sie in Breitscheid – Ortsteil Erdbach dem Schild
„Steinkammern“. Der Weg endet an einem großen
Parkplatz am Rande eines Schieferbruches. Von hier aus geht es zu
Fuß links den Weg hinauf.
Hoch am Talhang wurden von der Witterung einige fossile Teile des
Erdbachhöhlensystems freigelegt und auch teilweise durch Abtragung
zerstört. Diese vom Parkplatz aus in ca 10 Minuten zu erreichenden
als "Steinkammern" bezeichneten Höhlenreste, vor etwa 300 Mio.
Jahren entstanden, sind schon seit geraumer Zeit Gegenstand
wissenschaftlicher Forschung, weil sie Überreste aus der
Hallstattzeit (1000 - 1500 v.Chr.) enthielten. So wurden zum Beispiel
aus der kleinen Steinkammer menschliche Gebeine, Schmuckstücke
Kleingeräte, Topfscherben und ein Knochenpfeifchen geborgen. Im
Vorfeld der Steinkammern fanden sich viele Knochenreste von Tieren und
Topfscherben aus der Jungsteinzeit.
Die große Steinkammer
Zunächst passier man die große Steinkammer. Dieser
Höhlenrest öffnet sich in Richtung einer Spalte neben einer
bergauf ziehenden Felsrippe, die einen Teil ihrer rechten Wand
darstellt. Die 1 bis 3m hohe und 2 bis 3m breite Höhle zieht sich
etwa 6 bis 7m in den Berg hinein. Nach einem weiteren Stück von
einer schmalen Spalte endet die Höhle in Lehm oder ist
zugesintert. Die Decke setzt sie sich als enge, gewundene Klamm fort.
Man ist hier zunächst eher enttäuscht, weil es nichts
sonderlich spektakuläres zu entdecken gibt. Der Fußpfad
führ aber noch hinüber zu der kleinen Steinkammer. Dort wird
es um einiges interessanter.
Die kleine Steinkammer

Entgegen ihrem Namen, ist sie die größere der beiden
Höhlenreste. Sie ist mit guten Schuhen und Taschenlampe begehbar.
Ein kleiner unscheinbarer Pfad führt vom eigentlichen
Höhleneingang aus abwärts, um den Berg herum. Die meisten
Besucher bemerken diesen Steig überhaupt nicht. Es lohnt sich aber
ein wenig zu suchen. Dort ist ein kleiner Höhleneingang, über
den man auch mit kleineren Kindern den Einstieg wagen kann. Von hier
aus geht es aufwärts, bis man am vorherigen Ausgangspunkt wieder
Tageslicht erblickt. Man befindet sich dann in einer 3 bis 4 Meter
breiten Halle, von der aus man wieder bequem nach draußen
gelangt. Die Höhle diente während der Jungsteinzeit als
Wohnhöhle. Noch vor dem Menschen lebte hier der
Höhlenbär, dessen Reste man jüngst nahezu unberührt
in einem neu entdeckten Höhlensystem fand.
Die Höhle in der kleinen Steinkammer
Die beiden Steinkammern wurden schon im Jungneolithikum von Menschen
besiedelt. Sie hinterließen dort Opfergaben wie den Erdbacher
Wendelhalsring. Auch Schädelknochen oder Schädelfragmente
wurden gefunden. Die Fundstücke sind auch im Museum in Erdbach zu
sehen.