Einmal Dresden und zurück mit dem Posaunenchor Erdbach


Es ist Freitag, 08.09.06, morgens kurz vor 7.00 Uhr. Der Parkplatz vor dem Dorfgemeinschaftshaus ist als Treffpunkt für unseren diesjährigen Ausflug bestimmt worden. Es soll in die sächsische Landeshauptstadt gehen. Schnell sind die Hörner und Reisetaschen im Bus verstaut und alle sitzen im Bus. Nach einer angenehmen Fahrt sind wir gegen 13.30 Uhr in Dresden angekommen. Direkt vor der Semperoper verlassen wir den Bus und gehen in Richtung der wieder aufgebauten Frauenkirche. Diese ist ein wahrer Augenöffner. Im Gegensatz zu der Kreuzform vieler katholischer Kirchen, wie z.B. dem Kölner Dom, ist der Chorraum in runder Form erbaut worden. Die gleiche Bauweise wurde auch in der Kreuzkirche angewandt. Nach der Besichtigung der Frauenkirche konnte die Zeit bis zur Abfahrt ins Hotel individuell genutzt werden. Und so wurde entweder eingekauft, auf eigene Faust die Stadt erkundet oder auch ganz gemütlich entlang der Elbe gebummelt, um dann irgendwann in einem netten Café einzukehren und den sonnigen Tag zu genießen. Um Punkt 17.30 Uhr stiegen die letzten Bummler wieder in den Bus ein, und wir konnten in das etwas außerhalb Dresdens gelegene Hotel fahren. Durch die gute Organisation waren schnell die Schlüssel verteilt und die Zimmer bezogen. Jetzt noch schnell etwas frisch gemacht und schon haben wir uns zum gemeinsamen Abendessen und gemütlichem Tagesausklang im hoteleigenem Restaurant getroffen.

Warum wir nicht in der Frauenkirche blasen durften, bleibt leider ein Dresdner Geheimnis. Als wir in der Kirche waren, war kein Gottesdienst und keine Führung, dafür aber ein ständiges Durchschleusen der Besucherströme.
PosaunenDresden


Hier hätte man ohne Störung des Betriebes verschiedene Choräle blasen können, was bestimmt auch den ein oder anderen Besucher zum Verweilen in der Frauenkirche eingeladen hätte. So jedoch haben wir Samstag Morgen in der Kreuzkirche u.a Großer Gott wir loben dich und Lobe den Herren zum Besten gegeben. Die Akustik war atemberaubend: durch die runde Bauweise rollten die Töne durch das Gebäude. Zum Abschluss dann wie gewohnt Wachet auf! Ruft uns die Stimme. Gänsehautfeeling pur! Der einzige Vorteil, erst samstags zu spielen: Wir hatten eine Tuba zur Verfügung, nachdem der dazugehörige Bläser erst am Morgen eingeflogen kam. Unsere Stadtführerin animierte die zur Ruhe gekommenen Zuhörer zum Applaus und im Anschluss uns zu einer abwechslungsreichen Stadtführung im Bus und zu Fuß. Dies hieß: immer dem gelben Schirm folgen. So konnten wir die Schönheiten wie Zwinger, Semperoper, sämtliche Fürsten Sachsens als über 100 Meter lange Kachelwand oder den Stadtteil Loschwitz und leider auch architektonischen Sünden Dresdens kennen lernen. So eine Stadtführung macht natürlich hungrig, und das am Vortag schon bestellte Mittagessen wartete auf uns. Nach der Besichtigung Deutschlands ältester Molkerei erlebten wir alle unser „Blaues Wunder“. Über diese Brücke mussten wir fahren, um mit einer Bergbahn zum Luisenhof zu gelangen. Mit herrlicher Aussicht über Dresden, einem wunderbaren Sonnenuntergang und netter Flügelbegleitung nahmen wir unser Abendessen ein. Herrlich. Spontan wie wir sind einigten wir uns schnell, Sonntag Morgen beim Lutherdenkmal vor der Frauenkirche noch einmal Choräle zu spielen. Gesagt, getan und bald hatten wir den Platz voller Zuhörer. Menschen, die in der Schlange vor der Frauenkirche standen, kamen herüber, andere blieben stehen und einige sangen mit. Nachdem wir wieder das abschließende Wachet auf! gespielt hatten, meinte Karl-Heinz ein Lachen auf Martin Luthers Gesicht zu sehen. Ein nicht geplanter Höhepunkt dieser Fahrt. Schnell noch ein paar Gruppenfotos schießen und dann weiter zur Raddampferfahrt mit der ältesten Raddampferflotte der Welt bei herrlichem Sonnenschein auf der Elbe durch das Elbsandsteingebirge, an der Bastei vorbei bis nach Rathen, wo uns unser Busfahrer wieder erwartete. Nun hieß es langsam Abschied nehmen und den Heimweg antreten. Nach anstrengender Busfahrt reichten wir Erdbach gegen 22.00 Uhr. Ein mehr als gelungener Ausflug ging zu Ende. Freuen wir uns auf die nächste Reise.